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Unbenanntes Dokument Theraps - für Kontrabass solo


Mehr als jedes andere Solowerk für Kontrabass zog mich dieses Stück in die tiefsten Tiefen des Instruments psychisch und physisch. Die Beschränkung auf die ätherischen Obertöne ist in voller Hinsicht schmerzhaft, aber schließlich doch lohnend. Hier liegt ein mögliches Paradoxon: Da die physische Begrenztheit des Menschen die Intensität der Musik nicht erreichen kann, bleibt das musikalische Ergebnis zwangsläufig instabil. Ist das die Absicht? Wenn ja, wie kann der Interpret das mit dem Anspruch der kompositorischen Arbeit vereinbaren? Auf dem Papier ist alles möglich, aber wenn das geforderte Ergebnis zu hoch angesetzt ist, muss eine neue Theorie daraus resultieren. Um "Theraps" vollkommen zu erreichen, muss der Spieler untertauchen und sich von Xenakis bis zur Grenze und darüber hinaus führen lassen.

Barry Guy
Übersetzung: Éditions Durand-Salabert-Eschig